Entstehung und Entwicklung der Kirchengemeinde |
Pastoren der Gemeinde
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Gottesdienste wurden zuerst in der Alten Schule am
Dorfplatz und danach im Gasthof Stammerjohann (heute
steht hier das Jugendheim am Bahnhof) durchgeführt. |
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Blick auf das Lager Karkkamp. Im Vordergrund das Hotel
Rosenheim. Oben am Bildrand das längliche Gebäude ist
die St.-Martins-Kapelle. |
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St.-Martins Kirche um 1960. Der Friedhof war schon vor
dem Kirchenbau vorhanden. |
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St-Martins-Kirche heute.
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vergrößerte Darstellung! |
Entstehung und Entwicklung der Kirchen-
gemeinde Raisdorf
Die Stadt Schwentinental ist im Jahre 2008 durch die Fusion der
bis dato eigenständigen Gemeinden Raisdorf und Klausdorf
entstanden, die jeweils auch über eine eigene Kirchengemeinde
verfügten, was auch nach dem Zusammenschluss der Kommunen noch
der Fall ist.
Raisdorf war früher ein Außenbezirk der Fleckenkirche Preetz.
Die Zahl der Dorfbewohner wuchs im Laufe der Zeit auf ca. 800
an. Während des 2. Weltkrieges wurden in Raisdorf zwei große
Barackenlager eingerichtet. Eines der Lager wurde auf dem
Gelände gegenüber der heutigen später entstandenen St.-Martins-Kirche
errichtet. Dieses Lager erhielt den Namen "Lager Karkkamp" .
Nach dem Krieg wurden im Lager Karkkamp Flüchtlinge
untergebracht. Kirchlich wurde Raisdorf von Preetz aus
mitversorgt, 14tägliche Gottesdienste und wöchentlich
Konfirmandenunterrichte wurden in den Schulen gehalten,
Amtshandlungen und Konfirmationen in der Stadtkirche zu Preetz.
Zum 1. November 1947 wurde Pastor Rudolf Fitzner mit einem
kommissarischen Auftrag für die 4. Pfarrstelle Preetz betraut.
Zu dieser Pfarrstelle gehörte neben turnusmäßigen Gottesdiensten
an der Stadtkirche Preetz die Versorgung des Kreiskrankenhauses
Preetz und des Außenbezirkes Raisdorf.
Er trat seinen Dienst in Raisdorf am 9. November 1947 in einem
Gottesdienst in der alten Schule am Dorfplatz an. Die
Gottesdienste wurden 14täglich gehalten, ebenso die
Kindergottesdienste, Konfirmanden-unterrichte wöchentlich in den
Schulen Raisdorf Rosenfeld und Lilienthal.
Allmählich wurde die Dorfschule in Raisdorf für die
Gottesdienste zu eng, und man musste ausweichen. Das Gasthaus "Stammerjohann"
bot sich dafür an. Zu großen Festtagen wie Erntedankfest und
Weihnachten wurden die Gottesdienste und Krippenspiele in das
größere Gasthaus "Rosenheim " verlegt.
Im Jahre 1949 gelang es, die große Speisebaracke im "Lager
Karkkamp" zu pachten. Der große Essraum wurde von
Ersparnissen zu einem schlichten gottesdienstlichen Raum
hergerichtet. - Man hatte für den Bezirk Raisdorf lange gespart,
um dort eine kleine Kirche bauen zu können. Das Geld reichte nur
für das Nötigste.
Am 28. August 1949 konnte Propst Kobold aus Preetz die
St.-Martins-Kapelle im Lager "Karkkamp" einweihen. Am 9.
Mai 1950 konnte die Pastorenfamilie Fitzner in das Raisdorfer "Pastorat"
einziehen und sich nun viel umfangreicher der Gemeindearbeit
widmen.
Reverend Eastwood, ein englischer Offizier, der im zivilen Leben
Pastor war, sorgte dafür, dass die St.-Martins-Kapelle eine
Glocke bekam. Durch seine Vermittlung wurde die Schiffsglocke
des Kreuzers SMS "Stralsund" umgewidmet und der Kirchengemeinde
geschenkt. Viele Männer aus dem Lager halfen bei den Erdarbeiten
und dem Aufstellen des Holz-Glockenstuhles, dessen Nachbildung
heute errichtet durch den SHHB-Schwentinental am Eingang des
St.-Martins-Weges zu sehen ist.
Am 1. Advent 1955 konnte die ,,St.-Ansgar-Kapelle zu Wildenhorst",
die bis heute von Raisdorf aus betreut wird, eingeweiht werden.
Raisdorf bekam am 23. August 1959 eine eigene Gemeindeschwester.
Die Aufgaben wuchsen von Jahr zu Jahr.
Am 1.1.1965 schließlich wurde die Kirchengemeinde von Preetz
unabhängig - die Geburtsstunde der Evangelisch-Lutherischen
Kirchengemeinde Raisdorf.
Am 1. 11.1967 übernahm Pastor Heuck die Pfarrstelle. Das Angebot
für Jugendliche und Senioren wurde weiter ausgebaut. Dies fand
seine logische Fortsetzung im Bau des Evangelischen
Kindergartens 1969 in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. Dem folgte
1969 ein neues Pastorat und ein Gemeinderaum gegenüber der
St-Martins-Kirche.
Die Aufgaben wuchsen weiter und dem wurde durch den Bau eines
zweiten Pastorats und des Gemeindezentrums HAUS
DER KIRCHE am
Fernsichtweg Rechnung getragen. Es wurde eine zweite
Pfarrstelle eingerichtet, mit deren Verwaltung am 1.1.1972
Pastor Heinz Regel betraut wurde, der dann im Dezember als
Pastor in die Kirchengemeinde eingeführt wurde. Ein Schwerpunkt
seiner Arbeit war die Jugend aus der auch die Partnerschaft mit
Schöneiche noch zu DDR-Zeiten hervorging.
1974 löste der junge Pastor Schroedter Pastor Heuck ab. Es
wurden viele Fahrten für Jugendliche und Kindermusikfreizeiten
durchgeführt. Ab 1976 führten Fahrten mit der Aktion
Sühnezeichen/Friedensdienste in die ehemaligen
Konzentrationslager Stutthof, Auschwitz, Majdanek und in
das Kinderkrankenhaus Warschau. Im Mittelpunkt der Arbeit stand
die Aufarbeitung der Geschichte, die Versöhnung und die
Fragestellung der Entwicklung in eine gemeinsame Zukunft.
Ende der siebziger Jahre bekannte man sich zur Verantwortung für
die 3. Welt. Erste Kontakte entstanden und als Resultat wurde
die Partnerschaft mit Uganda - Diözese West-Ankole (Rukararwe)begründet.
Eine Partnerschaft, die bis zum heutigen Tage eine intensive
Fortsetzung gefunden hat.
In der Erkenntnis der Probleme der Dritten Welt und der
Ausbeutung durch die Industrienationen, wurde 1985 der Weltladen
in Raisdorf aus der Taufe gehoben, der für "Fair Trade", "Hilfe
zur Selbsthilfe" und Engagement sozialer Projekte steht.
Weiterhin spielt die Kinder- und Jugendarbeit eine wichtige
Rolle im Gemeindeleben. Auch hier wurden neue Wege beschritten,
um auf die gesellschaftlichen Entwicklung und den damit
verbundenen Problemen gerecht zu werden. Dabei spielt der
Raisdorfer Kindergarten eine wichtige Rolle, der als Vorreiter
der Waldkindergärten gilt.
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Quelle: Auszugsweise "Abschied
vom Dorf", Helmut Ohl
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