— Tageslosung, Herrnhuter Brüdergemeine —

Pressespiegel 2017


Bericht: Kieler Nachrichten vom 30.10.2017 Die Kieler Nachrichten im Internet  

Erinnerung an Flucht und Neubeginn

Gegenstände aus dem Raisdorfer Flüchtlingslager sind im Vorraum der St.-Martins-Kirche ausgestellt

 SCHWENTINENTAL. Es ist fast ein dreiviertel Jahrhundert her, als Menschen in einem Raisdorfer Flüchtlingslager aus einer Baracke eine Kapelle schufen der erste Kirchenraum im Ort überhaupt. Knapp 70 Jahre später weihen die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Raisdorf in Schwentinental und der Heimatbund eine gemeinsame Erinnerungsstätte im Vorraum der St.-Martins-Kirche mit Gegenständen aus der Lagerkapelle ein.

Es ist der Reformationstag, den sich die Beteiligten aus Kirche und Heimatbund in Schwentinental für die offizielle Einweihung ausgesucht haben. Nicht ganz ohne Grund, wie Pastor Fredt Winkelmann erklärt: ,,Das Thema Reformation beschäftigt sich auch mit Veränderungen. So etwas hier in dieser Erinnerungsstätte an Hand der Entwicklung von einer Lagerkapelle zu einer eigenen Kirche und einer eigenständigen Kirchengemeinde zu zeigen, ist ein toller Erfolg, "Denn als die Menschen aus den deutschen Ostgebieten nach dem Krieg im Flüchtlingslager Karkkamp einen Raum ihrer Wirtschaftsbaracke mit ausgedienten Wehrmachtsbetten als Bänke, einer Bibel aus den USA und einem großen Holzkreuz in eine kleine Kapelle umfunktionierten, gehörte Raisdorf als Außenbezirk zur Kirchengemeinde Preetz. Einen Kirchenraum gab es damals im Ort nicht. Pastor Rudolf Fitzner, selbst Flüchtling aus Schlesien, benannte die kleine Lagerkapelle nach der Legende des Soldaten Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Mann teilt: St. -Martins-Kapelle. Aus ihr entstand 1960 die heutige St,-Martins-Kirche. 1965 entwickelte sich in Raisdorf eine eigene Kirchengemeinde. ,,Wir wollen mit der Erinnerungsstätte die Orts- und Kirchengeschichte Raisdorfs sichtbar machen", erklärt Helmut Ohl, langjähriger Vorsitzender des Schwentinentaler Heimatbundes.

Einweihung

Die Heilige Schrift aus den USA wird als Relikt der ehemaligen Lagerkapelle in der neuen Erinnerungsstätte der St.-Martins-Kirche präsentiert (von links): Ehrenvorsitzender Helmut Ohl und Vorsitzender Joachim Haberland vom Heimatbund Schwentinental, Architekt Hans- Peter Petersen und Pastor Fredt Winkelmann. FOTO: NADINE SCHÄTTLER

Weil sich in der Historie des Ortes ein enger Verbund mit der Kirche gezeigt habe, lege der Verein großen Wert auf die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde.,, Die gemeinsame Erinnerungsstätte an die St,-Martins-Kapelle ist ein gutes Beispiel, dass wir hier sehr gut miteinander auskommen und eine schöne gemeinsame Sache für ein Dorf ", bekräftigt Pastor Fredt Winkelmann.

Viele ältere Schwentinentaler, darunter auch Zeitzeugen, hätten sich im Vorfeld an dem Projekt beteiligt: ,,Es hat ein großes Echo gegeben und eine rege Zusammenarbeit. Es ist schön, dass eine Idee so gefruchtet hat", sagt der Pastor. Mit Hilfe von Architekt Hans-Peter Petersen entstand im Vorraum der St.-Martins- Kirche eine Erinnerungsstätte, die mit einer holzvertäfelten Wand, einem Schriftzug von der Stirnwand des ehemaligen Gottesraumes und dem original Kreuz der Baracke ähneln soll. In einer Glasvitrine sind Gegenstände aus der Kapelle zu sehen: zwei Altarkerzenleuchter, das Antependium und eine Bibel aus den USA, die erst 2014 beim Aufräumen des alten Pastorats auftauchte. ,,Sie wurde 1883 vom Verlag J.,R. Jones vermutlich für deutsche Auswanderer gedruckt. Manche Passagen sind auf englisch", berichtet Ohl.

Am Reformationstag wird die Erinnerungsstätte in der St.- Martins-Kirche im Rahmen eines Gottesdienstes ab 17 Uhr offiziell eingeweiht. Pastor Fredt Winkelmann möchte sie zukünftig nicht nur für Rundgänge mit Besuchern etwa am Tag des Denkmals nutzen, sondern auch für seine Konfirmanden.,, Gemeinsam können wir an diesem Beispiel darüber nachdenken, wie Kirche eigentlich funktioniert. "

Die Einrichtung der Erinnerungsstätte für rund 10000 Euro wurde aus Spenden von Mitgliedern des Heimatbundes in Schwentinental getragen, Einen Teil erbrachte die Kirchengemeinde zudem durch Eigenleistungen.

 

 

Bericht: Kieler Nachrichten vom 11.7.2017 Die Kieler Nachrichten im Internet  

Kantor geht in den Ruhestand

Kantor und Organist Siegfried Pohl (65) aus Preetz verabschiedet sich nach 37 Jahren in der Schwentinentaler Kirchengemeinde Raisdorf in den Ruhestand.

Schwentinental. „Die letzten 15 Jahre war ich so etwas wie ein Allrounder in Raisdorf“, erklärt Siegfried Pohl, der die Weigle-Orgel von 1977 in der Raisdorfer St.-Martinskirche bei Bedarf weiterhin spielen wird. Seit 1980 war er als Kantor und Organist, mitunter auch als Küster tätig. Fast 20 Jahre seiner Tätigkeit engagierte er sich zudem als Kirchenvorsteher. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. „Aber wenn der Sarg da unten steht und die Orgelbank leer ist, werde ich spielen“, verspricht Pohl.

Das variable Klangbild einer Orgel mit Höhen und Tiefen entspricht Pohls vielfältigen beruflichen Erfahrungen in Raisdorf. „Es gab schöne Momente, aber auch nicht so gute“, so Pohl. Der Umbau des Altarraums 2012 mit der umstrittenen Entfernung des During-Kreuzes gehört für ihn zu den schmerzhaften Erinnerungen. „Da komme ich einfach nicht drüber weg.“

Kirchenmusik ist sein Leben. „Ich denke, sie muss sich nur neu finden“, meint Siegfried Pohl, der über viele Jahre auch an der Kreismusikschule in Plön lehrte. Seine Idee: ein Gottesdienst im Monat ohne Orgel, dafür mit Gitarre und Schlagzeug. „Ich hatte immer einen guten Draht zum lieben Gott.“ Nicht alle seine Wünsche seien dabei in Erfüllung gegangen, aber viele.

Pohl

Siegfried Pohl geht nach knapp 37 Jahren als Kantor in der Kirchengemeinde Raisdorf in den Ruhestand.

Quelle: Nadine Schättler


Bericht: Kieler Nachrichten vom 27.6.2017 Die Kieler Nachrichten im Internet  

Dritte im Pastoren-Bunde

Andrea Noffke ergänzt die beiden anderen Pfarrstellen in der Raisdorfer Kirchengemeinde

VON NADINE SCHATTLER

SCHWENTINENTAL. Sie liebt die persönliche Begegnung und ländliche Strukturen - auch in der Stadt Schwentinental. "Raisdorf ist ein Dorf im guten Sinne", sagt Pastorin Andrea Noffke (54). Seit mehr a1s einem halben Jahr ergänzt sie die Pfarrstellen von Fredt Winkelmann und Anke Pfeifer in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Raisdorf. Es regnet wie aus Kübeln, das Haus der Kirche im Fernsichtweg verdunkelt sich am Vormittag unter einer dicken Wolkendecke. Doch Pastorin Andrea Noffke versprüht in ihrem hell erleuchteten Büro gute Laune und schenkt heißen Tee ein. "Ich fühle mich hier sehr willkommen", sagt die 54- Jährige, die erst vor Kurzem von der Pfarrsteile Laboe nach Raisdorf gewechselt ist. "Die Menschen zeigen mir sehr viel Offenheit." Ich empfinde es als einen großen Reichtum, eine so vielfältige Arbeit machen zu dürfen.

NoffkeDie Hälfte ihrer Dienstzeit verbringt Andrea Noffke in Schwentinental, in der übrigen Zeit entlastet sie ihre Kollegen in der Probstei in den Gemeinden Giekau, Selent, Schönberg und Probsteierhagen, "Ich empfinde es als einen großen Reichtum, eine so vielfältige Arbeit machen zu dürfen", sagt die Pastorin, die nicht nur beruflich aus dem vollen Leben schöpft. Zu ihrer großen Patchwork-Familie gehören mittlerweile fünf Enkelkinder. Tendenz: steigend. "Ich mag den Kontakt zu jungen Menschen."

Die Kindergarten-Betreuung macht daher einen Schwerpunkt ihrer neuen Arbeit in Schwentinental aus.  "Ich freue mich darüber sehr, denn für das Erzählen von religionspädagogischen Geschichten schlägt mein Herz. " Als ausgebildete biblische Geschichten- Erzählerin schlüpft Andrea Noffke gerne in andere Rollen und lässt die Texte der Bibel mit den Handpuppen Katharina von Bora und Martin Luther lebendig werden.

Die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen Fredt Winkelmann und Anke Pfeifer beschreibt die Pastorin als sehr harmonisch. "Wir bilden ein gutes Team und haben die Aufgaben unseren Neigungen entsprechend aufgeteilt."

Mit neuen Ideen wollen die drei Pastoren ihr Gemeindeleben zukünftig gemeinsam bereichern. In der St.-Ansgar-Kapelle in Wildenhorst beispielsweise gab es am Pfingstsonnabend nach dem Kirchgang  ein Picknick, das viel Raum für Gespräche bot. "Das war richtig toll", schwärmt Andrea Noffke. Aber auch sonst wünscht sich die Pastorin, dass möglichst viele Menschen in die Gottesdienste kommen.  "Für ein persönliches Gespräch ist danach immer Zeit." Ein erstes Kennenlernen ist zudem am Donnerstag, 29. Juni, ab 16 Uhr möglich wenn Andrea Noffke im Rahmen der " Kirche on Tour " vor dem Raisdorfer Rathaus anzutreffen ist. Die Veranstaltung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde wird vom Posaunenchor musikalisch begleitet, die Konfirmanden laden in eine Ruhe-Oase ein.

FOTO/ARTIKEL: NADINE SCHATTLER

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