— Tageslosung, Herrnhuter Brüdergemeine —

Pressespiegel 2012



Quelle:
Kieler Nachrichten vom 21.2.2012

Schade, aber „es ist nicht mehr zu schaffen”

Raisdorfer Weltladen schließt vermutlich im September – Personelle und finanzielle Lage sind nicht zukunftsfähig

Schwentinental. Der Weltladen Raisdorf befindet sich auf dem „geordneten Rückzug”.

Weltladen

Sie gehörten zu den Ehrenamtlichen, die den Weltladen Raisdorf jahrelang betrieben haben: Maren Bellin (links), Brigitte Gloyer und Arthur Rothenstein. Die Gruppe wird den Laden im Herbst schließen.

Foto Seliger

 Voraussichtlich im September wird der Laden schließen, da sowohl die personelle als auch die finanzielle Lage nicht zukunftsfähig seien, wie Gruppenmitglieder mitteilten. „Es ist eine vernünftige Entscheidung, weil es nicht mehr zu schaffen ist, aber es ist trotzdem schade” sagt Maren Bellin, die sich seit Jahren für den Weltladen engagiert hat.

Das kleine Geschäft in der Klaus-Groth- Straße schräg gegenüber des Schwentinentaler Rathauses wird komplett ehrenamtlich betrieben und führt sowohl fair gehandelten Kaffee, Tee und Schokolade als auch Taschen, Musikinstrumente und andere Artikel aus Projekten in der dritten Welt. Das bekannteste und auch beliebteste Produkt ist der „Schwentinental- Kaffee”, der nach der Fusion von Raisdorf und Klausdorf mit dem Logo der Stadt verkauft wird. Wobei die Gruppe zwar der Kirchengemeinde Raisdorf angeschlossen ist, aber schon vor der Fusion auch eine Klausdorfer Mitstreiterin hatte.

Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Entscheidung, zu der sich die Gruppe nun durchgerungen hat: Das Personal und das Geld. Zwar gebe es nach einem absoluten Helfer-Tief 2010 wieder mehr Schultern, auf die die Arbeit verteilt werden kann, berichtet Arthur Rothenstein. Viele langjährige Mitglieder seien aber inzwischen etwas ermüdet oder hätten andere Prioritäten, und die Jungen seien mit Beruf und Familie mehrfach belastet. Brigitte Gloyer, seit zehn Jahren für die Organisation des Verkaufspersonals zuständig, stellt deshalb fest: „Es wird immer schwieriger, verlässliche Öffnungzeiten zu garantieren.” Außerdem müsse sich jemand auch um den Einkauf kümmern. Dazu komme, dass der Umsatz nicht mehr ausreiche, um die Kosten zu decken, die selbst ein ehrenamtlich geführtes Geschäft habe, erklärt Maren Bellin.

Früher habe der Laden davon profitiert, dass er sich auch auf weiter entfernten Märkten präsentiert habe. Dafür fehlten aber inzwischen die Leute, die mehrere Tage für so eine Aktion opferten. Der Weltladen hatte 1984 mit einem kleinen Angebot im Eingang der Bücherei Raisdorf begonnen. Mit dem Einzug in den eigenen Laden wurde das Angebot ausgeweitet. Darüberhinaus gehen die Gruppenmitglieder auch in Kindergärten, Schulen und zu kirchlichen Veranstaltungen, um dort zielgruppengerecht über Produkte der Dritten Welt, globalen Handel und faire Alternativen zu informieren. Diese inhaltliche Arbeit, so hoffen Maren Bellin und Arthur Rothenstein, soll auch nach dem Aus für das Geschäft weitergeführt werden, ebenso das Projekt „faire Bälle” gemeinsam mit dem Raisdorfer TSV. Der Ansatz, mit fairem Handel etwas zu bewegen, sei aber keineswegs gescheitert, so Maren Bellin, im Gegenteil: „Immer mehr Supermärkte führen „Fair-Trade-Ware”. Den Bildungsaspekt, der für die Raisdorfer Gruppe immer wichtiger geworden sei, könnten Supermärkte natürlich nicht leisten. sel




Quelle: Kieler Nachrichten vom 28.1.2012

During- Kreuz muss umziehen

Kirchenvorstand entscheidet mehrheitlich für Raum-Umgestaltung wie geplant - Kirchenvorsteher Haberland zurückgetreten

Schwentinental. Der Altarraum der St. Martins-Kirche im Schwentinentaler Ortsteil Raisdorf wird umgestaltet wie geplant - und das heißt, dass das During-Kreuz, das den Raum heute prägt, umziehen muss. So beschloss es der Raisdorfer Kirchenvorstand mehrheitlich. "Er herrschte eine ausgesprochen ruhige Atmosphäre", schilderte Propst Matthias Petersen die Sitzung, deren Leitung er übernommen hatte.

Von den eingeladenen Gemeindegliedern waren nach seiner Schätzung etwa 150 ins Haus der Kirche gekommen, andere Interessenten und die Presse waren nicht zugelassen. Einziger Tagesordnungspunkt war der Antrag der Gemeindeversammlung vom ersten Advent, das Kreuz des Raisdorfer Künstlers Fritz During an seinem Ort im Triumphbogen zu belassen. Nach Ansicht der Mehrheit im Kirchenvorstand trägt es aber zur Trennung von Altarraum und Gemeinde bei. Diese Trennung sollte durch die Umgestaltung aufgehoben werden.

Wie Pastor Klaus Grottke berichtete, wurden zu Beginn der Sitzung noch einmal die Argumente ausgetauscht. Es waren auch noch weitere Unterschriften gesammelt worden, sowohl für den Verbleib des During Kreuzes an seinem Ort als auch für die Umgestaltung des Altarraums wie geplant. Der Antrag auf ein Moratorium in dieser Frage wurde mit der Mehrheit von zehn zu zwei Stimmen abgelehnt. Der Antrag der Gemeindeversammlung zum Verbleib des Kruzifixes wurde mit neun Stimmen abgelehnt, zwei waren dafür, einer hatte sich enthalten. Der Kirchenvorstand habe aber beschlossen, ein Gremium einzurichten, so Grottke, in dem jeweils vier Vertreter beider Richtungen gemeinsam mit vier Vertretern des Kirchenvorstands, den Architekten und des Kirchenamtes gemeinsam nach einem alternativen Standort für das Kreuz suchen. Von den Architekten war ein eigenes Kabinett auf dem Friedhof vorgeschlagen und entsprechende Entwürfe seien bei der Sitzung auch gezeigt worden. Möglich sei aber auch ein anderer Ort, beispielsweise der Andachtsraum im Haus der Kirche, der wieder frei wird, wenn der Kindergarten fertig ist und die provisorische Gruppe einziehen kann.

Kirchenvorsteher Joachim Haberland, der den Verbleib des Kruzifixes am bisherigen Ort vertreten hatte, trat nach der Abstimmung mit sofortiger Wirkung zurück. Seiner Ansicht nach gebe es eine breite Mehrheit in der Bevölkerung für den Verbleib des Christus in der Kirche. Er müsse den gefassten Beschluss zwar respektieren, könne ihn aber nicht nach außen vertreten, teilte er gestern in einer Presseerklärung mit. Er habe sein Amt stets mit viel Herzblut erfüllt, könne eine solche Entwicklung aber nicht mehr mittragen . "Wir müssen nun einen Weg finden, weiter freundlich miteinander umzugehen", meinte Sabine Baeskow, Vorsitzende des Kirchenvorstands, auf KN-Nachfrage. Einige Gegner der Umgestaltung fühlten sich nun verletzt.

Der Kirchenvorstand werde nun in Verhandlungen treten, um das Gremium zu bilden, das einen würdigen Alternativstandort für das Kruzifix finden soll. "Ich bin immer noch zutiefst traurig", sagte Frieder Henf, der in der Gemeindeversammlung den Antrag gestellt hatte. "Ich hatte gehofft, dass die Wertigkeit inzwischen anders gesehen wird". Seiner Ansicht nach sei es außerdem ein Fehler gewesen, dass der Kirchenvorstand zuerst beschlossen und dann die Gemeinde unterrichtet habe. "Anders herum wäre es richtig gewesen".

Die Entwürfe waren zwar bereits im Sommer bei einem öffentlichen Kolloquium vorgestellt worden, dieses hatte jedoch an einem Montagvormittag stattgefunden und war schlecht besucht gewesen. sel



Quelle:
Kieler Nachrichten vom 13.1.2012

Kirchengemeinde Raisdorf sucht eine Lösung für die Crux mit dem Kruzifix

Viele Gläubige möchten das During-Kreuz auch in Zukunft im Inneren ihres Gotteshauses sehen
 

Schwentinental. Wie geht es weiter mit der geplanten Umgestaltung des Altarraums in der St. Martins-Kirche in Raisdorf - und was wird aus dem During-Kreuz?

Darüber will der Kirchenvorstand in einer Sitzung am Donnerstag, 26. Januar, ab 19.30 Uhr im Haus der Kirche entscheiden. Dazu eingeladen sind die Mitglieder der Kirchengemeinde Raisdorf. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Entscheidung über den Antrag der Gemeindeversammlung, der sich für einen Verbleib des Kreuzes an seinem Ort ausspricht.

Die Vorgeschichte: Schon lange gibt es Pläne, den Altarraum der St. Martins-Kirche umzugestalten. Dazu wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Zu den Auflagen gehörte unter anderem, die starke Trennung zwischen Altarraum und Gemeinde zu überwinden, die vor allem durch die fünf Stufen, aber auch durch das große Kruzifix des Raisdorfer Künstlers Fritz During im Triumphbogen, entsteht. Der Entwurf, für den sich der Kirchenvorstand mehrheitlich entschieden hatte und der während der Gemeindeversammlung am ersten Advent von der Architektin Nicole Stölken vorgestellt wurde, sieht deshalb den Umzug des Kreuzes in ein eigens gestaltetes Kabinett am Friedhof vor. Statt dessen soll es an der Wand des Altarraums ein neues, schmales Kreuz geben.

Zwar hatte sich ein Teil der Gemeindeversammlung dafür aufgeschlossen gezeigt, es gibt jedoch erhebliche Widerstände gegen einen Umzug des During-Kreuzes. Die Sitzung des Kirchenvorstands am 26. Januar wird Propst Matthias Petersen leiten. Außerdem werden voraussichtlich anwesend sein: Heiko Seidel, Leiter des Baudezernats des Nordelbischen Kirchenamtes, Heike Krüger, Architektin der Kirchenkreisverwaltung des Kirchenkreises Plön-Segeberg und Architektin Nicole Stölken vom Hamburger Büro Stölken Schmidt.

Weil sich im Zuge der Diskussion um das Kreuz herausstellte, dass viele Raisdorfer wenig oder gar nichts über den Künstler wissen, will außerdem nun der Heimatbund Aufklärung leisten und hat eine Ausstellung über Fritz During vorbereitet, die am Sonnabend, 21. Januar, von 10.30 bis 18 Uhr und Sonntag, 22. Januar, von 11bis 18Uhr in der Seniorentagesstätte amDorfplatz in Raisdorf zu sehen ist. Den Eröffnungsvortrag am Sonnabend ab 10.30 Uhr hält Julia Meyer, Leiterin des Kreismuseums in Plön.

Der Nachlass besteht aus 200 Skulpturen

Der Bildhauer (1910-1993) wurde im Spreewald geboren, studierte in Berlin, bis die Nationalsozialisten die Klasse seines Professors Ludwig Gies schlossen, wurde Mitarbeiter der Kieler Kunstkeramik und begann nach dem Krieg neu in Raisdorf. Für seinen künstlerischen Nachlass, der aus rund 200 Plastiken und Reliefs besteht, errichtete der Kreis Plön 1996 die Fritz- During-Stiftung. sel

Altarraum

Während der Gemeindeversammlung am ersten Advent hatte der vom Kirchenvorstand in Raisdorf geplante Umzug des During-Kreuzestür heftige Diskussionen gesorgt. Nun will der Kirchenvorstand in öffentlicher Sitzung über den Antrag der Gemeindeversammlung entscheiden.

Foto Seliger

 

  

 

 

Quelle: Kieler Nachrichten vom 11.1.2012

Wiederbelebung für "Konfi & Friends"

Raisdorf hat eine neue Gemeindepädagogin Schwentinental.

Etwas mehr als zwei Jahre war die Stelle der Gemeindepädagogin in der Kirchengemeinde Raisdorf in Schwentinental unbesetzt. Diese Zeiten sind vorbei: Die 29-jährige Nina Lemburg hat zum Monatsbeginn die Aufgabe übernommen und wird sich nun vor allem um die Kinder- und Jugendarbeit kümmern. "Wir freuen uns sehr", sagte Pastorin Simone Liepolt.

Nina Lemburg stammt aus Neumünster und hatte zuerst eine Ausbildung als Erzieherin absolviert.Nina Lemberg Doch schon seit ihrer Konfirmation hat sie sich in ihrer heimatlichen Kirchengemeinde ehrenamtlich engagiert. "Ich habe mich dann entschlossen, diese ehrenamtliche Tätigkeit zum Beruf zu machen", sagt sie.

Nach der Weiterbildung in Marburg zur Gemeindepädagogin hat sie bereits zweieinhalb Jahre Berufserfahrung in Warnemünde gesammelt. In Raisdorf wird sie nun nicht nur die Jungschar weiterführen, sondern auch das Projekt "Konfi & Friends" wiederbeleben. Dabei handelt - es sich um ein zusätzliches, offenes Angebot für Jugendliche im Konfirmandenalter, die dort ihre Freunde mitbringen dürfen, auch wenn diese selbst keine Konfirmanden sind. "Das war eingeschlafen, weil niemand das begleiten konnte", berichtet Pastorin Simone Liepolt. Die Wiederbesetzung der Stelle sei schwierig gewesen, da es sich lediglich um 20 Wochenstunden handele. In der Zwischenzeit behalf sich die Gemeinde mit Vertretungskräften. "Auch die Jugendlichen aus dem Jugendausschuss haben sehr viel getan - davor muss man sich verbeugen", so Simone Liepolt.

Nina Lemburg wird die Pastoren auch bei den Ferienfreizeiten und der Kinderbibelwoche unterstützen. Und noch im Januar steht das erste Konfirmandenwochenende an. Dabei könnte immer wieder ein Hobby der jungen Frau ganz nützlich sein: Sie kann Gitarre spielen.

sel

 



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